Frankfurter Rudergesellschaft Nied 1921 e.V.

 

Die Geschichte der Frankfurter Rudergesellschaft Nied 1921 e.V.


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Bildmaterial und Text Copyright: Frankfurter Rudergesellschaft Nied


1921 - Gründung der Frankfurter Rudergesellschaft Nied 1921 e.V. am 15.06.1921. Zu diesem Zeitpunkt hatte unser Verein weder Bootsmaterial noch ein eigenes Clubhaus. Nach dem Erwerb erster, gebrauchter Boote diente zunächst ein Schuppen unter dem Saalbau „Zum Schwanen“ (am Nieder Kerbeplatz) als Bootslagerraum.

1922 - Beitritt zum damaligen Süddeutschen Ruderverband (S.R.V.).

1923 - Erster Regattasieg der FRGN im September 1923 (Schülervierer auf der Eddersheimer Regatta). Im Folgejahr wurden bereits 3 Siege errungen und der Bootspark war auf 4 Boote erweitert.

1925 - Der stete Mitgliederzuwachs führte dazu, dass der Bau eines eigenen Bootshauses beschlossen wurde. Im Frühjahr 1925 begannen die Grundarbeiten auf dem ehemaligen Gelantinegelände der Stadt Frankfurt (heute steht an dieser Stelle zwischen alter Niddabrücke und Mainzer Landstraße ein Kindergarten). In vielen Hunderten von Arbeitsstunden wurde der Großteil der handwerksmäßigen Arbeiten selbst durchgeführt. Zudem stemmte man in diesem Jahr noch den Kauf eines Rennachters und die Ausrichtung der 52. Verbandsregatta des S.R.V., die der FRGN einen Sieg im Vierer einbrachte.

Verbandsregatta des S.R.V. im Jahr 1925


1926 - Im Frühjahr 1926 wurde der neue, gebrauchte Achter unter großer Anteilnahme der Nieder Vereine und Bevölkerung getauft. Im Sommer 1926 konnte dann die feierliche Bootshaus-Einweihung steigen. Das wegen seiner schmucken Form und zweckmäßigen Innenausstattung weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und beliebte Bootshaus mit einem freundlichen Clublokal wurde von Architekt H. Liederbach erbaut. Es entwickelte sich ein reges geselliges Leben im Verein, auch die sportlichen Erfolge blieben nicht aus. Der kaum erworbene Achter wurde in Frankfurt durch die Mannschaft A. Scheu, J. Helbig, A. Thorwarth, K. Struth, R. Wölfinger, E. Traband, A. Hahner, L. Belz, St.: A. Reineke, zum Sieg geführt, außerdem wurden noch 3 Viererrennen gewonnen.

Taufe des neuen Achters am Main

Die siegreiche Achtermannschaft in Frankfurt

Rohbau unseres ersten Bootshauses

Unser erstes Bootshaus nach der Fertigstellung

Mit der Fertigstellung des eigenen Clubhauses wuchs auch die Zahl der Mitglieder nochmals erheblich. Man beschränkte sich nicht nur auf die Ruderei, das Bootshaus bot auch Platz für eine große Anzahl von Paddelbooten und 2 Privatmotorbooten.
In der Jahreshauptversammlung am 24. Oktober 1926 konnte der Vorstand einen erfreulichen Bericht über die Entwicklung der Gesellschaft auf allen Gebieten geben. Man zollte nicht nur dem Vorstand des Vereins, sondern auch dem damaligen Verbandsvorsitzenden des Süddeutschen Ruderverbandes, Otto Ihrig, der sich um die fortschrittliche Entwicklung der noch jungen Nieder Rudergesellschaft, insbesondere auch beim Bau des Bootshauses, sehr verdient gemacht hat, Dank und Anerkennung.

1927 - Das Jahr 1927 brachte dem Verein wieder 4 herrliche Siege im Junior- und im 3. Senior-Vierer, die sämtlich von der bis dahin erfolgreichsten Mannschaft der RGN: Andreas Thorwarth, Karl Struth, Alfred Hahner, Lorenz Belz, Steuer A. Reineke, errungen wurden. Noch einmal siegte die gleiche Bootsbesetzung 1928 in Frankfurt, doch Mannschaftsschwierigkeiten ließen dann keine Erfolge mehr zu.

1928 - Wiederum wurde die FRGN mit der Durchführung einer Verbandsregatta des S.R.V. am 9. Und 10. Juni 1928 in Nied betraut. Wenn auch auf dieser Regatta lediglich ein knapper 2. Platz für die Nieder Ruderer heraussprang, so wurde bei der überaus starken Beschickung der einzelnen Rennen die von Nied bewältigte Organisationsarbeit als mustergültig bewertet. Im Folgejahr durfte unser Verein dann auch gleich die Meisterschaftsregatta des S.R.V ausrichten, was dem Verein eine gewaltige Vorarbeit, jedoch keinerlei Erfolge einbrachte. Der Mangel an geeignetem Bootsmaterial – man ruderte bisher fast ausschließlich in älteren, gebraucht erworbenen Booten – machte sich auch in anderen Rennen wiederholt nachteilig bemerkbar. Die erste Anschaffung eines neuen Bootes erfolgte jedoch noch in demselben Jahr: ein bei der Leux-Werft in Frankfurt in Auftrag gegebenes Renngig konnte am 21. August 1929 durch Verbandsvorsitzenden Otto Ihrig getauft werden.

Bootstaufe "Marie Reinicke", auf dem Bild rechts die erste Ausfahrt mit dem neuen Boot (im Hintergrund die Schwanheimer Kirche)


1930 - Wenn bis dahin der Verein eine stets aufwärtssteigende Entwicklungskurve anzeigte, so waren die nächsten Jahre von weniger Glück und Erfolg für die RGN. Im September 1930 stieß unser Trainingsachter bei voller Fahrt auf einen plötzlich losgemachten und hinter einem Bagger hervorrudernden Eisenkahn, wodurch unser Achter in Fetzen ging. Glücklicherweise ist den Ruderern hierbei nichts Ernstliches zugestoßen. Der Sachschaden wurde durch die Versicherung gedeckt.

Abrudern 1933

Abrudern 1933, Blick auf Nied vom Schwanheimer Ufer aus

Pfingstwanderfahrt 1934

Arbeiten auf dem Bootsplatz, Anfang 1935

Die allgemeine Wirtschaftskrise hatte auch unser Vereinsleben erfasst, es wurden viele Mitglieder erwerbslos und der Vereinskassierer hatte seine guten Sorgen. Trotzdem hatte es Ruderwart Anton Bianchi gerade in den schwersten Jahren verstanden, immer einen treuen Stamm junger Ruderer bei der Stange zu halten, obgleich es fünf Jahre dauerte, bis endlich die Flagge der RGN wieder einmal auf Sieg gezogen werden konnte. Mit Freude werden die vielen jungen und alten Ruderer daran zurückdenken, wie er stets Ruderwanderfahrten, Winterwanderungen oder sonstige Ergänzungssportarten organisierte.

1935 - 1933 ging der S.R.V. im großen D.R.V auf und damit hatte es freilich die RGN mit einer weit größeren Konkurrenz auf den zukünftigen Regatten zu tun. Als ersten Sieg (1935) für die Farben unserer Gesellschaft im D.R.V. konnte auf der 44.Internationalen Ruderregatta in Frankfurt a.M. gegen starke Konkurrenz die Mannschaft Konrad Bätz, Erich Hasselbach, Willi Denzer, Werner Krückel, Steuer: Walter Stanger, den Jugendvierer gewinnen. Bald darauf folgte in Offenbach der zweite Erfolg in gleicher Besetzung. Die so erfolgversprechende Mannschaft wurde jedoch schon im folgenden Jahre infolge Militärdienstes auseinandergerissen. Auch die folgenden Jahre brachten dem Verein lediglich Achtungserfolge. Zweimal waren Mannschaften der RGN in den Dauerrennen „Quer durch Frankfurt“ in der Gigbootklasse erfolgreich.

Sieg im Ermunterungsvierer 1935

Geselliges Beisammensein auf dem Bootsplatz 1936

Arbeiten an der Pritsche 1937

1938 Äppelwein-Vierer

Jugendtraining 1939

Jugendtraining 1939

Immer mehr lichteten sich die Reihen der aktiven Ruderer infolge Einberufung, doch wurde der Ruderbetrieb durch ältere Ruderer, Schüler und Ruderinnen weiterhin aufrecht erhalten, Rennmannschaften konnten kaum noch gebildet werden.

Blick von dem Dach unseres Bootshauses in Richtung Höchst

1940 - Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges versuchten die wenigen, in der Heimat verbliebenen Kameraden den Vereinsbetrieb so gut es ging aufrecht zu erhalten. Die Tore des Clubheimes mussten in den letzten Kriegsjahren jedoch ganz geschlossen werden. Dass dies für immer geschehen würde ahnte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch niemand. Das Ergebnis einer Bombennacht 1944 war die restlose Vernichtung des Bootshauses mit dem gesamten Bootsmaterial und allem sonstigen Inventar. Das Leben der RGN schien für immer ausgelöscht zu sein.

Die Reste unseres ersten Bootshauses nach dem nächtlichen

Bombenangriff 1944

1946 - Wie tief der ruderische Gedanke in unserem Stadtteil Wurzel gefaßt hatte, sollte sich gleich nach Beendigung des Krieges zeigen. Während viele aktive Kameraden sich in Rußland, Amerika oder Frankreich noch in Gefangenschaft befanden, gingen die bereits heimgekehrten wenigen Sportkameraden daran, zunächst einmal die früheren Mitglieder zusammenzurufen, um zu beraten, was zu machen sei. Nichts, aber auch gar nichts war dem Verein verblieben an sachlichem Gut. Der Beschluß der verbliebenen Mitglieder den geliebten Rudersport wieder aufzubauen, und sei es auch zunächst nur in ideeller Hinsicht, war jedoch ganz selbstverständlich. Man hatte weder Geld noch Material, aber den Willen zum Rudern!

Zwei Jahre lang begnügten sich immerhin 20 bis 30 Ruderer, in einem von unserem Nachbarverein „Nassovia“ Höchst in freundschaftlicher Weise überlassenen Leihboot dem Rudersport nachzugehen. Das Boot lagerte mangels anderer Möglichkeiten im Freien auf dem ehemaligen Turnplatz der SG Nied. Zwei als Jungruderer seinerzeit in den Krieg gezogene Kameraden, Hermann Steidle und Walter Stanger, waren diejenigen, die das Steuer des Vereins zusammen mit einigen älteren Kameraden übernommen hatten und Wege suchten und fanden, die Voraussetzungen für einen Wiederaufbau zu schaffen.

1947 - Zwei große Probleme taten sich gleichzeitig auf: die Beschaffung von Booten und den Bau eines neuen Clubheimes. Für beide Projekte war zunächst kein Geld vorhanden, so dass Kreativität gefragt war. Man kam auf den Gedanken im Eigenbau einen Schulungs-Achter nach Art einer englischen „Ruder-Arche“ zu bauen. Im Betrieb der Fa. Georg Stanger & Sohn wurde die Konstruktion des 1. Vorsitzenden, ein Metallboot, von freiwilligen Helfern in harter Arbeit fertiggestellt und so der Gedanke binnen kurzer Zeit in die Tat umgesetzt. In den Farben unsere Flagge: Blau-Weiß, konnte dieses in ganz Deutschland einmalige Boot in Gegenwart des damaligen Vorsitzenden des Frankfurter Regattavereins, Herrn Stadtrat Dr. Lingnau und des Rudersportschriftleiters Paul Elschner nach der Taufe auf den Namen „Unverzagt“ seiner Bestimmung übergeben werden. In Bildberichtender Tagespresse wurde diese hervorragende Leistung der total ausgebombten Nieder Ruderer als beispielhaft herausgestellt.

Feierliche Wideraufserstehung der FRGN im Jahre 1946

Unsere Ruderarche "Unverzagt"

Zudem war die Platzfrage akut. Es bedurfte vieler schwieriger Verhandungen mit den verschiedensten Behörden, denn ein zukünftiges Bootshaus mußte auch hochwasserfrei zu stehen kommen. Ein Gelände fand sich nur ca. 100m von entfernt von unserem ehemaligen Bootshaus direkt am Main (Noch heute sind wir den damaligen Bauherren für ihre Weitsicht hinsichtlich des Hochwasserschutzes dankbar).

Erster Spatenstich: hier entsteht unser heutiges Bootshaus

Blick vom Main in Richtung Nied

Blick in Richtung Wörthspitze


Fertigstellung des ersten Bauabschnitts


1948 - Der Wunschtraum eines jeden Ruderklubs ist ein Bootshaus das Sport und gesellschaftliches Leben vereint. Da die Wörthspitze Naturschutzgebiet ist, mussten nach vielen und teilweise schwierigen Verhandlungen mit dem Gartenbau- und Wasserstraßenbauamt und der Bauaufsichtsbehörde, alle Vorgaben erfüllt werden. Endlich konnte mit dem Bau nach den Plänen von Dipl.-Ing. Günther Liederbach, der aus Idealismus kostenfrei die Pläne entworfen hat, begonnen werden. Damit keine Verschuldung noch während der Bauphase eintrat wurde das Bootshaus je nach finanzieller Lage in mehreren Abschnitten gebaut. Noch vor dem Winter mussten noch viele cbm Schutt abgetragen werden. Sechsunddreißig Betonpfeiler wurden aufgestellt, damit das Haus außerhalb der Hochwassermarke zu stehen kommt. Diese Pfeiler tragen das Fundament.

1949 - Nachdem die Eisenrohrkonstruktion als Träger des Obergeschosses montiert war, glaubten die Außenstehenden dass, im Zuge der neuen Mainstraße, heute Mainzer Landstraße, sich ein Straßenbahndepot im Bau befinde. Ende des Sommers war schon der erste Bauabschnitt, die Bootshalle, in 6.000 Arbeitsstunden, fertig. Dass dies in so atemberaubender Geschwindigkeit geschafft wurde, lässt sich darauf zurückzuführen, dass fast alle Mitglieder am Bau Hand anlegten.
Jede Mark die der Verein aufbringen konnte, sowie kleinere und größere Darlehen aus dem Freundeskreis und der Mitglieder, wurden zum Kauf von Material für den Bau verwendet. Da sich die Rudergesellschaft Nied in diesem Jahr eines großen Andrangs neuer Mitglieder erfreute wurde ein Doppelvierer angeschafft und auf den Namen MAINPERLE getauft. Fast 40 Jahre diente dieses Boot den Mitgliedern als Übungsboot.

Neues Bootshaus und neues Boot - die Mainperle wird zur Taufe getragen

Taufe der Mainperle und Blick auf die Wörthspitze

1950 - Mit der im Vorjahr angeschafften MAINPERLE konnten 1950 immerhin drei Siege errudert werden. Trotz der Belastung durch den Bau des Bootshauses konnte der Trainingsbetrieb aufrecht erhalten werden. Den ersten Sieg nach dem Krieg fuhr ein Jugend - Doppelvierer, unter dem Namen Merkle Vierer bekannt, auf einer Regatta in Frankfurt nach Hause.

1951 - Bei den Regatten in Frankfurt, Hanau, Heidelberg, Limburg und Würzburg wurden weitere sieben Siege errungen. Die erfolgreichste Mannschaft in diesem Jahr war der Vierer in Besetzung W. Elwenn, R. Reinshagen, H. Blankenburg, F. Stark und Stm. R.Schell.

Die Nieder Vertretung bei der Limburger Regatta 1951

Bocksbeutelregatta Würzburg 1951 - beim Ablegen

Abrudern 1951 - Blick in Richtung Schwanheim

Abrudern 1951 - die Mannschaften am Steg

Mehrere Veranstaltungen, darunter das 30-jährige Gründungsfest, einen Schmalfilmvortrag über die diesjährige Deutsche Meisterschaft, technisches Rudern und Ausschnitten aus dem Nieder Vereinsleben, wurden im Festsaal des Eisenbahn Ausbesserungswerk Nied und Saal zum Römer ausgerichtet.
Im Beisein des Nieder Männerchors und Gästen, unter anderem des Vorsitzenden der Nassiova Höchst, wurde die neue Vereinsflagge feierlich eingeweiht. An Stelle der mit dem gesamten Hab und Gut der Gesellschaft vernichteten Vereinsflagge haben die Damen der R.G. Nied Ersatz geschaffen und eine drei mal zwei Meter große Flagge gestiftet. Vorsitzender Walter Stanger sprach über Bedeutung und Symbol der Flagge, den sportlichen Geist, Vereinstreue, und dass diese Flagge faires Kämpfertum auf die Regattabahnen hinaustragen möge.
Ehrenmitglieder bis zu diesem Jahr waren Dr. Richard Weidlich, Rektor Franz Malsy und Wilhelm Horn. Mitglieder die im 30. Gründungsjahr über 25 Jahre die Treue hielten: Anton Bianchi und Andreas Thorwart seit 28 Jahren, Adolf Krückel und Gustav Klein seit 26 Jahren, Willy Pappert und Adolf Gail Senior seit 25 Jahren.
Die Jahreshauptversammlung in diesem Jahr stand im Zeichen der Gründung einer Ski -Abteilung unter der Leitung von Erhard Michel, der auch zum Leiter der Abteilung gewählt wurde. Bereits 20 Mitglieder gehörten dieser Abteilung an.

1952 - Eine Epoche sportlicher Erfolge und eine in die Breite gehende Ruderarbeit folgte in den nächsten Jahren. Mit sechs Siegen und acht zweiten Plätzen bei 20 Rennen war man recht zufrieden. Da inzwischen ein neuer Rennvierer gekauft werden konnte, die NIDDA, dauerte es nicht lange bis man auch in der Rennbootklasse Erfolge erzielte.

Taufe der "Nidda" auf unserem Bootsplatz

Kurz vor der ersten Ausfahrt

Vereinsseitig waren die Gesamtpläne zur Erweiterung des Bootshauses fertiggestellt - ebenso wie die Fundamente, die aus Mitteln den eigenen Reihen im Eigenbau erstellt wurden. Unser Verein zählte konstant etwa 130 Mitglieder. In diesem Winter wurde der erste Einer im Eigenbau erstellt. Maßgeblich daran beteiligt waren Wolfgang Elwenn, Vater Fritz Elwenn und Hans Künkler.

1953 - Ein Meilenstein in der Erfolgsbilanz der R.G.Nied wurde in diesem Jahr gesetzt. Die im vorigen Jahr gegründete Arbeitsgemeinschaft West, mit der R.G. Nied, R.C. Griesheim und der Nassovia Höchst zeigte den ersten großen Erfolg. In Renngemeinschaft mit dem R.C.Griesheim gewann man sensationell den Frankfurter Stadtachter. Von unserem Verein saßen in diesem Erfolgsboot: H. Heinzmann, H.Möller, H. Blankenburg und W. Elwenn. Die gesamte Frankfurter Presse bezeichnete diesen Erfolg als Stadtachter Sensation. Aber es gab auch Kritik in der Presse. Zum ersten Mal siegte eine Renngemeinschaft. Diese Renngemeinschaften wurde zwar vom DRV propagiert, doch nicht alle Vereine begrüßten diese Konstellation.

Die Siegermannschaft des Frankfurter Stadtachters 1953

Drei weitere Siege in dieser Saison konnte der Elwenn Vierer errudern. In Karlstadt (Main) siegte im Herausforderungsvierer der Damen die Mannschaft Finck, Hering, Amedick, Holoch und Stm. Pappert.

1954 - Der nächste Bauabschnitt wurde in Angriff genommen, zunächst mit dem Einzug der Decke. Viele fleißige Hände arbeiteten nachmittags und abends sowie am Wochenende an der Fertigstellung. Die Planungen für den ersten Stock sahen eine Wohnung für den Bootshausverwalter, ein Jugendzimmer sowie einen Saal für 150 Personen vor.
Auch wurde in diesem Jahr eine Paddelabteilung ins Leben gerufen, mit 23 Mitgliedern und 25 Faltbooten.
Obwohl die Ruderer ständig zur Selbsthilfe bei den Bauarbeiten eingesetzt waren, konnte der Trainingsbetrieb nicht nur durchgeführt, sondern auch erfolgreich gestaltet werden. Immerhin konnten sechs Siege eingefahren werden, davon vier im selbst gebauten Einer. Das Wintertraining mit Gymnastik und auf Ruderböcken wurde in der Friedrich-Liszt-Schule betrieben. Der Verein hatte in diesem Jahr beachtliche 150 Mitglieder.

1955 - Dieses Jahr war sportlich gesehen das Jahr der Skuller. Wolfgang Elwenn stieß in die Senior-Skuller-Klasse vor. Zu seinen wertvollsten Siegen gehörte der Gerbermühleiner. Auch Leichtgewichtler Horst Möller sorgte wieder für einen Sieg.
Mit welcher Hingabe die damaligen Ruderer für den Verein engagiert waren zeigt die Tatsache, dass viele schon mehrere hundert Arbeitsstunden geleistet, andere gar auf ihren Urlaub verzichtet haben um den Ausbau des Bootshauses voranzutreiben.

Zweite Ausbaustufe unseres Bootshauses (Aufnahme ca. 1955-1956)

1956 - In diesem Jahr kam Uschi Hohloch zu Regattaerfolgen und konnte zwei Siege im Frauen Jungmann Einer verbuchen (Man beachte die Bezeichnung „Frauen Jungmann Einer"). Wolfgang Elwenn siegte bei der Gerbermühlregatta in einem starken, mit sieben Booten gestarteten Feld. In Heidelberg konnte er den zweiten Sieg einfahren.
Wilhelm Pappert, damaliger Vorstandsvorsitzender, betonte Stolz dass seit Beginn der Bauarbeiten 1947 bis zum damaligen Zeitpunkt kein bezahlter Handwerker den Bau unseres Bootshauses betreten habe. So wurden die Binder alle selbst hergestellt und imprägniert und schließlich alle 37 Binder, je 8 Zentner schwer, mit einem selbst gebauten Aufzug hochgezogen und verankert. Selbst eine eigene Steinproduktion haben sich die Mitglieder geschaffen um auch von der Steinlieferung unabhängig zu sein und Geld zu sparen.

1957 - Nach fast 10 Jahren Bauzeit und ca. 25.000 Arbeitsstunden der eigenen Mitglieder wurde das Bootshaus in Anwesenheit des damaligen Oberbürgermeisters Werner Bockelmann am 18.05.1957 eingeweiht. Der Oberbürgermeister sagte, dass man nur mit Hochachtung von der R. G. Nied sprechen müsse, denn sie hätten über sportliche Interessen hinaus eine Selbsthilfe im gegenwert von über 160.000 Mark vollbracht. Hans Gase vom Deutschen Ruderverband sprach von einer Perle am Untermain. Die Bootshalle hatte Platz für 20 Ruderboote und 24 Paddelboote. Im Parterre befanden sich weiterhin Umkleide- und Duschräume für Frauen und Männer, ein Clubraum für 35-40 Personen, eine Kegelbahn, Damen- und Herrentoiletten, ein Raum für die Heizung, ein Bierkeller sowie ein Lagerraum. Im ersten Stock wurde eine Gaststätte für 60 Personen eingerichtet und ein Saal für 250 Personen. Eine Küche, eine Terrasse für 200 Personen, eine Dreizimmerwohnung und weitere Lagerräume wurden im ersten Stock eigerichtet. Für die Wasserversorgung hatte man einen eigenen Brunnen.

Endlich Fertig: unser Bootshaus im Mai 1957

Blick von der Mainzer Landstraße

Auch sportlich konnten wieder einige Erfolge erzielt werden. So konnte W. Elwenn den Schweizer Europameister Colomb besiegen und wieder einmal einen ersten Platz für die R.G.Nied einfahren. Vier weitere Siege in der Frauen Senior Klasse durch Uschi Hohloch konnten sich die Nieder Ruderer an die Fahne heften.

1958 - In diesem Jahr konnten neun Siege errudert werden, darunter Herma Hessemer's erster Einer- Sieg auf der Jugend- und Frauenregatta in Nied. Diese Regatta wurde erstmals in Gemeinschaft mit dem Frauenrudervein Freiweg und der Nassovia Höchst durchgeführt. Welch einen Stellenwert Sie in Deutschland hatte zeigt die Teilnehmerzahl von 612 gemeldeten Ruderern und Ruderinnen aus 35 Vereinen, die 117 Boote besetzen. Der Frankfurt- Offenbacher Regattaverein beschloss auch in Zukunft die Jugend- und Frauenregatta auf der 1.500m langen idyllischen Strecke in Nied auszurichten.

Die Nieder Ruderer hatten am Samstag, dem 30. August, ein großes Familienfest: Tauffeier für fünf neue Boote. Mit Pietät, Tradition und auch mit Humor wählte man die Namen. Ich taufe dich auf den Namen „Adolf Gail“, sprach Adolf Gail Junior und goss schäumenden Sekt über das schnittige Skiff. Der Name sollte bei der Jugend die Erinnerung an Adolf Gail wachhalten, der 30 Jahre Mitglied war und dabei 10 Jahre als Bootshausverwalter tätig war. Auch Doppelzweier „Alfred Geyer“ trägt den Namen eines ehemaligen Mitglieds. Frau Irma taufte das Boot auf den Namen ihres Mannes. Alfred Geyer war nach dem Krieg als Marinemann zu den Ruderern gekommen und hatte den Hobel in die Hand genommen um beim Aufbau des Hauses und der Werft geholfen. Amtmann Zimmer vom Sport- und Badeamt taufte den C – Vierer auf den Namen „Frankfurt“, der seine Existenz einer Spende der Stadt Frankfurt zu verdanken hat. „Möge der Achter von Sieg zu Sieg fahren und den Namen „Wörthspitze“ in alle Lande tragen. Mit diesen Worten taufte Stadtrat Dr. Robert Lingnau den neuen Achter. Auf diesen Achter war man bei der R.G. Nied besonders stolz. Dieses Boot wurde in der vereinseigenen Werft gebaut. Dabei wurde lediglich vom Münchner R.C. die Haut eines defekten Achters gekauft. Alle Innenarbeiten, einschließlich der Ausleger, wurden in Eigenleistung hergestellt. Zum Schluss taufte der 1.Vorsitzende Walter Stanger das neue Motorboot, ebenfalls ein Eigenbau, auf den Namen „Hipper“. Warum der Name? Der Vorstand glaubte nicht, dass dieses Boot auf dem Wasser fährt sondern hippt.

(Bisher) größte Taufe bei der FRG Nied: 5 Boote auf einen Schlag!


1959 - Erstmals in der Geschichte der R.G.N. war unsere Frauenabteilung durch Herma Hessemer bei einer Deutschen Meisterschaft vertreten. Paul Schulze gewann ein AH Einerrennen. Es war der erste Start in dieser Klasse mit einem Ruderer der R.G.N. Auch in diesem Jahr wies das Fahrtenbuch eine Ruderfahrtenzahl von rund 1.000 mit fast 14.000 Mannschaftskilometern aus.
Auch in diesem Jahr wurde auf der Nieder Regattastrecke die Jugend- und Frauenregatta vom Frankfurter und Offenbacher Regattaverein, gemeinsam mit der Nassovia Höchst und dem Frauen RV Freiweg, ausgerichtet. Mit 145 Booten und 751 Ruderern aus 43 Vereinen wurde abermals ein neuer Rekord aufgestellt. Die große Überraschung war der Sieg der Niederin Herma Hessemer, die auf ihrer Hausstrecke im Senior Einer über die Hochschulmeisterin Ingrid Stahl (Uni Frankfurt) und der Doppelsiegerin von Gießen, Edith Resch vom RV Hellas. Bei der Limburger Regatta im Juni konnten zwei Siege gefeiert werden. In der Leistungsgruppe II siegten in Besetzung Oleschak, Bastian, Opl, Frank und Steuermann Maul im Gig Vierer und in der Besetzung Lohse, Gruppe, Schmücker, Cochoy mit Steuermann Reuter in der Leistungsgruppe I ebenfalls im Gig Vierer.
Der Verein konnte nicht nur Regatten ausrichten, sondern auch Veranstaltungen im Ballsaal, wie den Traditionellen Ruderer Maskenball mit zwei Kapellen, Hafenbar, Texasbar und Tischtelefon, die weit über die Nieder Grenzen bekannt waren.

Auszug aus der Frankfurter Rundschau: auf dem gekräuselten Wasser des Mühlauhafens (Mannheim) war nicht viel von der Frankfurter Ruderei zu sehen. Aber am Ufer. Aus dem bunten Mosaik leuchteten die Käppchen der Frankfurter heraus: die dunkelblauen der Germania, die hellblauen vom Ruderclub, die weißblauen der Nieder RG und die grünen der Oberräder. Und Bierzelt stießen sie miteinander an. Worauf? Na, auf die blühende Ruderei in Frankfurt. An einem der Tische saß Walter Stanger von der Nieder RG. „Na, ihr Flasche, euer Herma Hesserm is ja net emal durch die Vorläuf gekomme!“. Walter gibt Aufklärung: Des Mädche is 18. Die sollt nur emal reirieche, wie es bei de Große is. Und dann wiecht se nur 90 Pfund. Wenn die erst emal ihr Abitur gemacht hat und noch e bißche was an die Arm hänge hat, dann rudert sie noch so, daß mer en Mordsspaß hawwe. Und Walter Stanger sollte Recht behalten.

1960 - In diesem Jahr gab für die FRG Nied bei 35 bei Starts auf 15 Regatten drei Vierer und zwei Einersiege. Die zwei Einersiege wurden von Herma Hessemer errudert. Trotz der nur fünf Siege war man bei den Niedern zufrieden, da bei diesen 15 Regatten viele starke zweite Plätze zu verzeichnen waren. Bemerkenswert war das Herma Hessemer bei den Deutschen Meisterschaften in Duisburg bis ins Finale kam, aber Aufgrund ihrer körperlichen Unterlegenheit im Finale keine Rolle spielte. Obwohl die Vorbereitungen zum 40. Jubiläum gute Zeit in Anspruch nahm wurden rekordverdächtige 16.940 Mannschaftskilometer gerudert.

1961 - Eine recht intensive Winterarbeit sollte dazu führen, dass unsere Aktiven in dem Jahre unseres 40jährigen Bestehens durch entsprechende sportlichen Leistungen das Jahr 1961 zu einem Jahr bedeutender Erfolge werden ließen. Die 13 errungenen Siege, bei 16 Starts, verteilten sich auf alle gemeldeten Bootsgattungen. Erstmals war es uns vergönnt im Frauen – Stilrudern zweimal die Sieger zu stellen.

Als bedeutendes Ereignis der Saison 1961 müssen wir neben dem 4. Platz im Frauen-Einer bei der Deutschen Rudermeisterschaft durch Herma Hessemer die Erringung der Deutschen Hochschulmeisterschaft in Berlin Gatow durch sie herausstellen. Dieser Sieg war der bisher größte Erfolg der R. G. Nied und wurde dementsprechend mit einem großen Bahnhof bei der Rückkehr der erfolgreichen Ruderin gefeiert.

Die Erfolgsstatistik der R.G. Nied wies die Gesamtzahl von 93 Regattasiegen seit Bestehen aus, wobei zu bedenken ist, dass besondere widrige Umstände (Bau vom Vereinsheim) in verschiedenen Jahren zählbare Erfolge und damit eine günstigere Statistik nicht zuließen. Wenn bisher in erster Linie die Rennruderei zu Worte kam, so soll nicht vergessen werden, dass junge und ältere Ruderer so manche Wanderfahrt unternommen haben.

Seit vielen Jahren wird in den Schneemonaten dem Skilauf gehuldigt, dem sich auch die Kameraden der Paddelabteilung angeschlossen haben. Von einseitigen Sportlern, sogenannte Sommersportlern, kann kaum die Rede sein.

Die ersten 40 Jahre, Schlussbetrachtung des Autors der 40jährigen Chronik, Adolf Krückel:
Immer werden es die aktiven Sportler in einer Gemeinschaft sein, die nach außen hin in Erscheinung treten. Vergessen wir aber nicht diejenigen, die es dem aktiven Ruderer überhaupt es möglich machten, seinen Sport auszuüben, insbesondere aber seinen Rennsport.

Dank gebührt all denen die seit vielen Jahren als Trainingsleiter, Regattabetreuer der Ruderer, als Fahrzeugsteller für Transport der Ruderer und Boote eine Sache unterstützten, die große Opfer forderte. Ohne die Opfer der Alten und ohne ihre Fürsorge für die junge Ruderschar wäre der Rudersport arm, ja oft könnte es gar nicht zu großen sportlichen Leistungen kommen.

Deshalb sei auch an dieser Stelle allen Mitgliedern herzlich gedankt, die in vielfältiger Weise auch indirekt zu einer erfolgreichen sportlichen Arbeit mit beitrugen und auf die unsere aktiven Ruderer und Ruderinnen auch in aller Zukunft nicht verzichten wollen und können.

1962 - Mit insgesamt drei Siegen war der Jugend Gig-Doppelvierer im Stilrudern die erfolgreichste Mannschaft in diesem Jahr. Was war eigentlich Stilrudern? Drei Mal 330m mussten absolviert werden und dabei dreimal an den Punktrichtern vorbei gerudert werden. Gewertet wurde dann so ziemlich alles was das Auge erfassen kann: vom rhytmischen Schlagablauf bis zur Blattarbeit, von der Körperhaltung bis zur Zusammenarbeit im Boot. Zudem wurde ein Zwischenspurt von zehn schnellen Schlägen gewertet unter besonderer Beachtung des Übergangs von langsamen zu schnellen Schlägen und zurück. Auch bei der Jugend Regatta in Nied konnte der Vierer in Besetzung mit D. Stanger, C. Oleschalk, S. Stanger, H. Vetter und Steuerfrau B. Stanger einen Sieg einfahren. Insgesamt gab es in diesem Jahr elf Siege zu feiern.

1963 - Noch einmal ließen die Ruderinnen der R. G. Nied die Fachwelt aufhorchen. Einem prächtigen Sieg in Heidelberg folgte das mit Spannung erwartete Abschneiden bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Duisburg. Mit der Besetzung Dagmar Stanger, Charlotte Oleschalk, Helge Euler, Helga Vetter und Steuerfrau Beate Stanger, von ihrer Trainerin Herma Hessemer bestens vorbereitet, wurden die Nieder Ruderinnen Deutsche Vize Meister im Stilrudern.

Den 100. Sieg in der Geschichte der R.G. Nied feierten im September bei einem Rennen an der Gerbermühle Alfred Hoffmann, Bernd Gutscher, Frank Ledermann, Jürgen Stehling und Steuermann Axel Fell. Bei mehreren Starts in diesem Jahr konnten fünf Siege und mehrere gute Plätze herausgefahren werden.

1964 - In Renngemeinschaft mit Freiweg Frankfurt konnten C. Oleschalk, U. Wittal mit Steuerfrau B. Stanger den Frankfurter Stadt - Frauenvierer gewinnen.

1966 - Nach langwierigen Verhandlungen mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt konnte die neue Pritsche eingeweiht werden. Die Pritsche schwamm auf 6 Pontons und war über 2 Abgänge zu erreichen. In den 70er Jahren mussten die Stege zur Pritsche nach Auflagen des Wasser- und Schifffahrtsamts gekürzt werden. In dieser Form hielt die Pritsche bis 1994.

1969 - Auszug aus einem Brief an das Liegenschaftsamt Frankfurt:  …stellen hiermit den Antrag, dass unser Clubhaus mit einer Hausnummer versehen wird….zumal unser Nachbar, das Bootshaus der Nassovia Höchst bereits die Nummer 791 besitzt. Unser Verein bekam erst im Jahr 1969 die Hausnummer 793 zugeteilt.

Am 21. September richetet die R. G. Nied eine Kinderregatta aus, konnte aber selbst keine Mannschaft ins Rennen schicken.

1970-1975 - Die R. G. Nied trat der Rudergemeinschaft Frankfurt bei, stellte aber keine Ruderer ab.

In dieser Zeit wurde der Ruderbetrieb nur von einer kleinen Gruppe aufrecht erhalten. Ab Mitte der 1970er Jahre widmete man sich wieder dem inneren sportlichen Aufbau mit dem Ziel künftig auch wieder an Regatten teilnehmen zu können.

1976 - Ab diesem Jahr entwickelte sich wieder ein regeres sportliches Leben in der R. G. Nied. Die Ruderwarte Herma und Norbert Spies, aber auch Horst Möller, alle mit großer ruderischen Erfahrung, nahmen sich in besonderem Maße der Schüler- und Jugendruderei an. Der Einsatz des wieder von Grund auf reparierten Motortrainingsbootes erwies sich im Laufe der Saison als sehr nützlich.

Die Starts im Juniordoppelzweier und im Junioreiner auf den Regatten in Limburg, Schierstein, Würzburg und Großauheim erbrachten zwar nur Achtungserfolge, aber auch günstige Perspektiven für die nächste Rudersaison. Die unter den Händen unserer Ex-Hochschul- Einermeisterin Herma Spies ausgebildeten Ruderinnen zeigten bereits in dieser Saison einen leistungsmäßigen Aufwärtstrend, der für die nächsten Jahre hoffen ließ.

1977 - Die Hoffnungen, die man auf das Sportjahr 1977 gesetzt hatte, erfüllten sich nicht ganz. Der vielversprechende Juniordoppelzweier des Vorjahres fiel aus beruflichen Gründen auseinander. Regatten konnten nicht besucht werden, doch wurde mit dem vorhandenen Rudermaterial intensiv die Ausbildung fortgesetzt.

Mit geruderten 4.200 km bei 569 Fahrten wurden nicht ganz die Zahlen des Vorjahres erreicht. So musste die Hoffnung wiederum auf das nächste Jahr gesetzt werden. Sportlich war man seinerzeit auch außerhalb des Bootes unterwegs: bei einem Hallenfußballturnier am 27.03. in Forchheim belegte die R. G. Nied Mannschaft unter 20 teilnehmenden Vereinen einen beachtlichen 4. Platz.

1978 - Die Mitgliederzahl sank stetig. Viele ehemals erfolgreiche Ruderer zogen sich aus dem aktiven Vereinsleben zurück. Trotz einiger Anstrengungen, z.B. Werbung in Schulen, wurden bis dahin keine Jugendlichen gefunden, die man für den Rudersport begeistern konnte. Das Vereinsleben wurde nur noch von einigen Mitgliedern aufrechterhalten.

Trotzdem konnten weitere Regatten besucht werden. Im Mädchen-Doppelzweier siegten Andrea Spies und Dagmar Fassel in Kitzingen, außerdem belegten sie ganz knappe 2. Plätze auf den Regatten in Limburg und Großauheim. Joachim Janz konnte mit einem schönen Sieg im Junior-Einer aus Schierstein mit einem Sieg nach Hause fahren.

In diesem Jahr wurden bei 678 Fahrten 6.609 km gerudert. Eine beachtliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Ein neuer Jugend-Doppel-Zweier wurde gekauft und auf den Namen NEPTUN getauft. Die Vereins- Fußballmannschaft belegte zudem bei einem Turnier in Karlsruhe den 3. Platz und wurde mit einem Pokal belohnt.

Am Vereinshaus standen die ersten größeren Reparaturen nach dem Neubau an: Die Heizungsanlage musste von Grund auf erneuert werden. Die damalige finanziellen Situation des Vereins ließ die Bezahlung aus eigenen Mitteln nicht zu. Die Ruderkameraden Wilhelm Pappert und Erhard Michel sprangen mit ihrem eigenen Kapital in Form eines zinslosen Darlehen ein, um damit der R. G. Nied unter die Arme zu greifen. Um zu verdeutlichen wie schlecht es um die Finanzen stand, sei hier noch erwähnt, dass der Verein sogenannte „10.- DM Bausteine“ an seine Mitglieder verkaufte, die dann später vom Verein verzinst zurückgekauft wurden.

Trotz dieser sportlichen und finanziellen schweren Zeit wurden von den Mitgliedern 1.700 DM für einen Kinder- Einer gespendet. „Ein einmaliger Ausdruck für unser Zusammengehörigkeitsgefühl“, wie es unser damaliger Vorsitzender Dr. Jürgen Stehling nannte.

1979 - Bei den Deutschen Meisterschaften für Jungen und Mädchen in Wolfsburg war die R. G. Nied wieder einmal bei den „Deutschen“ vertreten. Hier konnte die frisch gebackene Hessenmeisterin Dagmar Fassel im Mädchen Einer den Endlauf erreichen und erruderte von 12 Teilnehmerinnen den 6. Platz. Neben Dagmar Fassel konnten sich Herma Spies, Andrea Spies und Joachim Janz in die Siegerlisten eintragen.

Beim Volksrudern in Würzburg nahmen 27 Aktive aus unserem Verein teil und ruderten zusammen 640 km. Dabei wurden 15 Goldmedaillen für je 30 km, 7 Silbermedaillen für je 20 km und 5 Bronzemedaillen für je 10 km vergeben.

Mit einem Zuschuss der Stadt Frankfurt in Höhe von 2.500 DM wurden zwei neue Einer und neuer Motor für unser Motorboot gekauft. Der Einer kostete 6125.- DM, der Motor 1.850.- DM.  Damit konnte der Verein seinen Bestand auf nun 17 Ruderboote erweitern.

Einen herben Rückschlag erlitt die R. G. Nied durch einen im Obergeschoss des Clubhauses entstandenen Brand. In der Nacht vom 5. zum 6. September brannten die Räume der Gastronomie aus. Glücklicher Weise blieben die Räume im Erdgeschoss, besonders die Boote, vom Feuer verschont. Aufopfernd setzten sich die Mitglieder bei den Aufräumungsarbeiten ein. Trotzdem musste das Restaurant bis zur vollkommen Renovierung ein Jahr geschlossen bleiben. Dies bedeutete ein Jahr keine Mieteinnahmen für die schon jetzt arg gebeutelte Vereinskasse.

1980 - Wenn man im Sportjahr 1980 auch nicht an die schönen Erfolge des Vorjahres anknüpfen konnte, so heißt das nicht, dass man sportlich untätig gewesen ist. Wegen beruflicher Verhinderung konnte Ruderwartin Herma Spies erst gegen Herbst voll aktiv werden.

Dreimal gingen die Jungruderinnen Dagmar Fassel und Andrea Spies an den Start und mussten sich hier lediglich mit guten Plätzen zufriedengeben. Beide nahmen an einem Leistungskurs der Hessischen Ruderjugend in der Sportschule Frankfurt teil. Ebenso belegten sie ein 11-tägiges Trainingslager des Hessischen Ruderverbandes am Edersee.

Irene Möller und Herma Spies belegten beim Langstreckenrudern am Ruderer Dorf von 10 gestarteten Booten den dritten Platz.
Auch unsere Vereinsfußballmannschaft war wieder rege. Bei vier Turnieren wurden zwei zweite Plätze erspielt.

Weitere Jahre folgen